Abkömmlinge

Abkömmlinge sind immer Nachkommen einer Person, wobei es egal ist, ob diese ehelich oder  nichtehelich sind.
Abkömmlinge sind Enkel, Urenkel, Ururenkel, aber auch Adoptivkinder. Dem Abkömmling steht ein gesetzliches Erbrecht zu. Bei seiner Enterbung hat der Abkömmling ein Recht auf den Pflichtteil. Das gilt aber nicht, wenn dem Abkömmling (z.B. Enkel des Erblassers) ein mit dem Erblasser näher verwandter Abkömmling (z.B. Sohn des Erblassers) vorgeht. Der Sohn des Erblassers schließt also den Enkel vom Erb- und Pflichtteilsrecht aus, wenn der Sohn im Zeitpunkt des Todes des Erblassers noch lebt. Erst wenn der Sohn des Erblassers verstorben ist, treten an seiner Stelle jedoch seine Abkömmlinge.
Der Enkel kann somit erb- und/oder pflichtteilsberechtigt sein.

Abwesenheitspfleger

Sofern ein Volljähriger verschwunden oder verschollen ist, sollte für dessen Vermögensangelegenheiten ein Abwesenheitspfleger bestellt werden. Ein Abwesenheitspfleger wird durch das Betreuungsgericht bestellt. Gleiches gilt für eine abwesende Person, dessen Aufenthalt zwar bekannt ist, die aber an der Rückkehr und der Besorgung ihrer Vermögensangelegenheiten verhindert ist (z.B. durch Krankheit, Inhaftierung, o.ä.).

Der Abwesenheitspfleger ist gesetzlicher Vertreter der abwesenden Person und kann damit die Annahme oder Ausschlagung der Erbschaft erklären. Er kann als solcher auch die Todeserklärung des Abwesenden nach dem Verschollenheitsgesetz beantragen. Die Abwesenheitspflegschaft endet mit der Todeserklärung des Abwesenden dann kraft Gesetzes. Die Abwesenheitspflegschaft ist auch dann wirksam, wenn der Abwesende bereits verstorben war als sie angeordnet wurde. In diesem Fall bekommt der Abwesenheitspfleger die Stellung eines Nachlasspflegers.

Zur Abgrenzung: Bei der Abwesenheitspflegschaft ist die Erbrechtslage klar (nur der Erbe ist abwesend), bei der Nachlasspflegschaft ist die Erbrechtslage hingegen unklar.

Abwicklungsvollstreckung

Die Abwicklungsvollstreckung ist eine Art der Testamentsvollstreckung. Der Testamentsvollstrecker hat die letztwilligen Verfügungen des Erblassers auszuführen.

Er tut dies als Abwicklungsvollstrecker oder als Verwaltungsvollstrecker. Als Abwicklungsvollstrecker hat der Testamentsvollstrecker nur die Auseinandersetzung des von ihm in Besitz genommenen Nachlasses nach den Vorgaben des Erblassers durchzuführen. Er hat die bestehenden Verbindlichkeiten zu erfüllen und die Teilung des Nachlasses nach den Vorgaben des Erblassers zu bewerkstelligen. Als Verwaltungsvollstrecker hat der Testamentsvollstrecker den Nachlass nach den Vorgaben des Erblassers für bestimmte Zeit oder auf Dauer auch zu verwalten.

Aufbewahrung eines Testament

Damit Testamente nicht verschwinden und nach dem Tod des Erblassers auffindbar sind, sollten diese unbedingt in amtliche Verwahrung gegeben werden. Durch die amtliche Verwahrung ist sichergestellt, dass die Verfügung beim Tode des Erblassers eröffnet wird. Bei der Errichtung einer letztwilligen Verfügung vor einem Notar gelangt diese automatisch in die amtliche Verwahrung. Die Kosten für die Hinterlegung des Testaments beim Nachlassgericht richten sich nach der GKG. Die Gebühr hierfür ist relativ gering.

Bei einer amtlichen Verwahrung erfolgt seit 2012 eine Registrierung an das zentrale Testamentsregister in Berlin. Das Nachlassgericht wird im Erbfall dort nach registrierten Testamenten fragen und diese bei positiver Auskunft anfordern. Damit ist sichergestellt, dass die letztwillige Verfügung auch tatsächlich eröffnet wird.
Die Verwahrung zu Hause ist möglich, aber sehr unsicher. Wer sicher gehen will, dass das Testament gefunden und eröffnet wird, damit also sein letzter Wille geschehe, kann eine Mehrfertigung des Testamentes anfertigen lassen und der Person übergeben, die durch das Testament begünstigt ist.

Auskunftsanspruch

Nach dem Erbfall können erbrechtliche Ansprüche oft nicht genau benannt und beziffert werden, da dem Anspruchsberechtigten die Informationen hierzu fehlen.

Das Gesetz und die Rechtsprechung gewähren in vielen Fällen dem Erbberechtigten Informationsrechte. So kann der Pflichtteilsberechtigte vom Erben Auskunft und auf die Erstellung eines (notariellen) Nachlassverzeichnisses verlangen. Der Erbe muss auch über alle unentgeltlichen Zuwendungen des Erblassers an sich oder gegenüber Dritte Auskunft geben.

Auch sind die Geschenke des Erblassers bei der Berechnung des Pflichtteils von großer Relevanz. Miterben haben sich häufig untereinander über erhaltene Vorempfänge zu erklären. In der Regel können die Erben vom Generalbevollmächtigten Auskunftserteilung und Rechenschaftslegung über die von ihm für den Erblasser getätigten Rechtsgeschäfte verlangen.

Ausschlagung

Grundsätzlich haben die Erben die Möglichkeit das Erbe auszuschlagen. Dies sollte innerhalb von sechs Wochen nach Kenntnis des Erbfalls erfolgen.

In Ausnahmefällen verlängert sich diese Frist auf 6 Monate, wenn der Erbe sich im Ausland aufhält. Die Ausschlagung muss entweder gegenüber einem Nachlassgericht erklärt oder bei einem Notar öffentlich beglaubigt werden. Bei Verstreichen dieser Frist gilt das Erbe als angenommen. Neben der  Ausschlagung stehen dem Erben als Alternative Haftungsbeschränkungen zur Verfügung.

Brieftestament

Das Brieftestament ist eine vom Erblasser eigenhändig geschriebene und unterschriebene letztwillige Verfügung, die in Form eines Briefes erstellt wird. Das Brieftestament liegt z.B. dann vor, wenn in einem handschriftlich geschriebenen Brief ohne Überschrift  „Testament“ oder „Letzter Wille“ etwas erklärt wird, was sich der Verfasser für die Zeit nach seinem Tod mit der Verteilung seines Nachlasses vorstellt.

Das große Problem eines Brieftestamentes besteht darin, dass nach dem Tod des Verfassers oder der Verfasserin herausgefunden werden muss, ob es sich nun um ein Testament oder um einen Brief handelt, weil es nicht eindeutig mit „Testament“ oder „Letzter Wille“ überschrieben war. Es muss also ein so genannter Testierwille festgestellt werden. Nur wennn dieser festgestellt wird, ist das Brieftestament als letztwillige Verfügung verbindlich, während es sich bei einem Brief lediglich um einen Wunsch handelt.

Dauertestamentsvollstreckung

Der Erblasser kann anordnen, dass die Testamentsvollstreckung nicht nur zur Erledigung von gewissen Aufgaben, sondern dauerhaft angeordnet werden. Ohne Zeitangabe im Testament endet die Dauertestamentsvollstreckung 30 Jahre.

Der (arme) Erbe hat während dieser Zeit keinerlei Zugriffsrechte auf sein Erbe.

Ehegattentestament

Ein Ehegattentestament ist ein gemeinschaftliches Testament von Ehegatten. Dieses  Testament kann nur von Eheleuten oder eingetragenen gleichgeschlechtlichen Lebenspartner wirksam verfasst werden.

Es reicht hier aus, wenn einer der Ehegatten/Lebenspartner das Testament schreibt und der andere unterschreibt.

Enterbung

Der Erblasser kann in einer Verfügung von Todes wegen einen Verwandten oder den Ehegatten von der gesetzlichen Erbfolge ausschließen, ohne weitere Bestimmungen über die Erbfolge zu treffen (§ 1938 BGB).

Zu beachten ist, dass keine Enterbung der Abkömmlinge des Enterbten automatisch eintritt. Denn eine Enterbung einer bestimmten Person erstreckt sich in der Regel nicht auf deren Abkömmlinge; diese treten vielmehr an die Stelle des Ausgeschlossenen, wenn nicht in dem Testament auch der Ausschluss der Abkömmlinge genannt ist oder im Wege der Auslegung auch dieser Wille zu entnehmen ist. Durch die Enterbung können Ehegatten, Abkömmlinge, unter bestimmten Voraussetzungen auch Enkel und Eltern, einen Pflichtteilsanspruch geltend machen.