Sofern ein Volljähriger verschwunden oder verschollen ist, sollte für dessen Vermögensangelegenheiten ein Abwesenheitspfleger bestellt werden. Ein Abwesenheitspfleger wird durch das Betreuungsgericht bestellt. Gleiches gilt für eine abwesende Person, dessen Aufenthalt zwar bekannt ist, die aber an der Rückkehr und der Besorgung ihrer Vermögensangelegenheiten verhindert ist (z.B. durch Krankheit, Inhaftierung, o.ä.).

Der Abwesenheitspfleger ist gesetzlicher Vertreter der abwesenden Person und kann damit die Annahme oder Ausschlagung der Erbschaft erklären. Er kann als solcher auch die Todeserklärung des Abwesenden nach dem Verschollenheitsgesetz beantragen. Die Abwesenheitspflegschaft endet mit der Todeserklärung des Abwesenden dann kraft Gesetzes. Die Abwesenheitspflegschaft ist auch dann wirksam, wenn der Abwesende bereits verstorben war als sie angeordnet wurde. In diesem Fall bekommt der Abwesenheitspfleger die Stellung eines Nachlasspflegers.

Zur Abgrenzung: Bei der Abwesenheitspflegschaft ist die Erbrechtslage klar (nur der Erbe ist abwesend), bei der Nachlasspflegschaft ist die Erbrechtslage hingegen unklar.