Wenn der Erblasser mehrere Erben (sogn. Miterben) hinterlässt, so wird der Nachlass gemeinschaftliches Vermögen dieser Erben. Sie bilden eine Erbengemeinschaft.

Die Erbengemeinschaft ist eine sogenannte „Gesamthandsgemeinschaft“. Für eine Gesamthandsgemeinschaft ist charakteristisch, dass ihr Vermögen als Ganzes den Mitgliedern gemeinschaftlich zugeordnet wird („Allen gehört alles!“). Der Nachlass gehört also der Erbengemeinschaft, es gehören aber keinem einzelnen Miterben ein einzelner Nachlassgegenstand allein oder ein Teil daran.

Beispiel: Das von den Miterben A und B geerbte Grundstück gehört nicht etwa zur Hälfte dem A und zur Hälfte dem B, sondern das Grundstück gehört „A und B zusammen in Erbengemeinschaft“. Jeder Miterbe ist Eigentümer des Grundstücks.

Aus diesem Grund kann ein Miterbe allein das Grundstück nicht verkaufen. Die einzelnen Miterben haben keine Verfügungsbefugnis über das Grundstück oder anderen Nachlassgegenständen: A und B können alleine weder über das Grundstück noch über einen Anteil am Grundstück verfügen. Nur gemeinsam können die Miterben wirksame Verfügungen treffen, also verkaufen, verschenken, verpachten etc.; das Recht steht allen Teilhabern ganz zu, aber eben nur „zur gesamten Hand“ mit anderen Worten („Jedem gehört alles, aber nur alle zusammen können verfügen“).