Aufbewahrung eines Testament

Damit Testamente nicht verschwinden und nach dem Tod des Erblassers auffindbar sind, sollten diese unbedingt in amtliche Verwahrung gegeben werden. Durch die amtliche Verwahrung ist sichergestellt, dass die Verfügung beim Tode des Erblassers eröffnet wird. Bei der Errichtung einer letztwilligen Verfügung vor einem Notar gelangt diese automatisch in die amtliche Verwahrung. Die Kosten für die Hinterlegung des Testaments beim Nachlassgericht richten sich nach der GKG. Die Gebühr hierfür ist relativ gering.

Bei einer amtlichen Verwahrung erfolgt seit 2012 eine Registrierung an das zentrale Testamentsregister in Berlin. Das Nachlassgericht wird im Erbfall dort nach registrierten Testamenten fragen und diese bei positiver Auskunft anfordern. Damit ist sichergestellt, dass die letztwillige Verfügung auch tatsächlich eröffnet wird.
Die Verwahrung zu Hause ist möglich, aber sehr unsicher. Wer sicher gehen will, dass das Testament gefunden und eröffnet wird, damit also sein letzter Wille geschehe, kann eine Mehrfertigung des Testamentes anfertigen lassen und der Person übergeben, die durch das Testament begünstigt ist.

Auskunftsanspruch

Nach dem Erbfall können erbrechtliche Ansprüche oft nicht genau benannt und beziffert werden, da dem Anspruchsberechtigten die Informationen hierzu fehlen.

Das Gesetz und die Rechtsprechung gewähren in vielen Fällen dem Erbberechtigten Informationsrechte. So kann der Pflichtteilsberechtigte vom Erben Auskunft und auf die Erstellung eines (notariellen) Nachlassverzeichnisses verlangen. Der Erbe muss auch über alle unentgeltlichen Zuwendungen des Erblassers an sich oder gegenüber Dritte Auskunft geben.

Auch sind die Geschenke des Erblassers bei der Berechnung des Pflichtteils von großer Relevanz. Miterben haben sich häufig untereinander über erhaltene Vorempfänge zu erklären. In der Regel können die Erben vom Generalbevollmächtigten Auskunftserteilung und Rechenschaftslegung über die von ihm für den Erblasser getätigten Rechtsgeschäfte verlangen.

Ausschlagung

Grundsätzlich haben die Erben die Möglichkeit das Erbe auszuschlagen. Dies sollte innerhalb von sechs Wochen nach Kenntnis des Erbfalls erfolgen.

In Ausnahmefällen verlängert sich diese Frist auf 6 Monate, wenn der Erbe sich im Ausland aufhält. Die Ausschlagung muss entweder gegenüber einem Nachlassgericht erklärt oder bei einem Notar öffentlich beglaubigt werden. Bei Verstreichen dieser Frist gilt das Erbe als angenommen. Neben der  Ausschlagung stehen dem Erben als Alternative Haftungsbeschränkungen zur Verfügung.