Nacherbe

Der Testierende kann sein Vermögen durch die Anordnung einer Vor- und Nacherbschaft über zwei Generationen hinweg vererben. Hierzu bestimmt er, dass sein Vermögen zunächst nur einer Person zukommen soll (Vorerbe), legt aber gleichzeitig bereits fest, wer es nach dieser Person bekommen soll (Nacherbe).

Dieser Nacherbe kommt regelmäßig erst dann zum Zug, wenn der Vorerbe ebenfalls verstorben ist. Der Testierende kann aber auch andere Anlässe oder Zeitpunkte für den Eintritt der Nacherbfolge festlegen (z.B. Heirat des Vorerben oder Volljährigkeit des Nacherben).

Nachlassinsolvenz

Die Nachlassinsolvenz ist eine Insolvenz über einen überschuldeten Nachlass.

Der Nachlass wird durch die Insolvenz vom eigenen Vermögen des Erben abgesondert. Deshalb haftet  der Erbe bei der Eröffnung einer Nachlassinsolvenz nicht mit seinem Privatvermögen. Der Erbe haftet selbst dann nicht, wenn die Eröffnung der Nachlassinsolvenz abgelehnt wird, weil nicht einmal die Verfahrenskosten mit dem Nachlass abgedeckt werden können.

Sollten Anhaltspunkte für einen überschuldeten Nachlass vorliegen, ist dem Erben im eigenen Interesse die Beantragung des Nachlassinsolvenzverfahrens dringend zu empfehlen.

Nachlasspfleger

Nachlasspfleger ist in der Regel ein durch das Nachlassgericht bestellter Rechtsanwalt, der den Nachlass im Interesse des Erben sichert, da die Erben noch ermittelt werden müssen oder unklar ist, ob er das Erbe annimmt.

Er hat die Aufgabe, Erben zu ermitteln und den Nachlass abzuwickeln.

Nachlasspflegschaft

Mit einer Nachlasspflegschaft (§ 1960 BGB) wird der Nachlass gesichert. Sie wird eingerichtet vom Nachlassgericht, wenn bis zur Annahme der Erbschaft oder bis zur Ermittlung eines unbekannten Erben die Gefahr besteht, dass der Nachlass Schaden nimmt bzw. Unberechtigte auf den Nachlass zugreifen. Das Nachlassgericht kann selber einzelne Sicherungsmaßnahmen veranlassen. In der Regel wird aber ein so genannter Nachlasspfleger eingesetzt.

Hat ein Gläubiger einen Anspruch gegen den Erblasser gehabt und will diesen gerichtlich durchsetzen, hat er häufig Schwierigkeiten, bis zur Erteilung eines Erbscheins den richtigen Erben ausfindig zu machen. In solchen Fällen kann ein Nachlassgläubiger die Bestellung eines Nachlasspflegers als so genannten Klagpfleger beim Nachlassgericht beantragen (§ 1961 BGB).

Wenn der Erbe zwar bekannt, aber unbekannt verzogen oder sein Aufenthaltsort oder seine Anschrift zunächst nicht ermittelbar ist, kann eine so genannte Abwesenheitspflegschaft beantragt werden. Dies ist keine Nachlasspflegschaft, sondern eine Pflegschaft nur für einen einzelnen Erben oder Miterben. Der Abwesenheitspfleger  kann dann beispielsweise mit den übrigen Erben die Auseinandersetzung des Nachlasses betreiben.

Nachlassverwaltung

Die Nachlassverwaltung ist eine der dem Erben zur Verfügung stehenden Wege, um seine Haftung für Nachlassverbindlichkeiten auf den Nachlass zu beschränken und einen Zugriff von Nachlassgläubigern auf sein eigenes Vermögen zu verhindern.

Prinzipiell bieten sich drei Verfahren zur Haftungsbeschränkung an.

Die Nachlassverwaltung wird auf Antrag vom Nachlassgericht angeordnet. Den Antrag hierfür können sowohl Erben als auch Gläubiger stellen. Sinn des Verfahrens ist die Befriedigung der Ansprüche  der Nachlassgläubiger. Nach Sicherstellung und Ermittlung der Vermögenswerte können berechtigte Gläubigerforderungen ausgeglichen und etwaige verbliebene Vermögensüberschüsse an die Erben übergeben werden.

Nottestament

Ein Nottestament ist eine besondere Form der Testamentsgestaltung, die nur in Notsituationen zulässig ist.

Die Errichtung des Testaments vor dem Bürgermeister oder drei Zeugen („Drei Zeugen Testament“) durch mündliche Erklärung stellen solche Nottestamente dar, §§ 2249, 2250 Abs. 1 BGB.
Diese außerordentlichen Testamente sind jedoch ungültig, wenn seit der Errichtung drei Monate verstrichen sind und der Erblasser dann noch lebt, § 2252 Abs.1 BGB.