Unter dem Begriff »Verjährung« versteht man die gesetzlich vorgegebene Frist, in der ein Anspruch geltend gemacht werden muss. Je nach Anspruch kennt das BGB unterschiedlich lange Verjährungsfristen.

Der Pflichtteilsanspruch ist ein Anspruch auf einen Geldbetrag, der sofort mit dem Tod des Erblassers fällig (§ 2317 Abs. 1 BGB) wird und in drei Jahren von dem Zeitpunkt an verjährt, an dem der Pflichtteilsberechtigte vom Tod des Erblassers und seiner eigenen Enterbung erfährt, spätestens aber 30 Jahre nach dem Erbfall (§ 2332 Abs. 1 BGB). Die dreijährige Verjährungsfrist beginnt erst am 1. Januar des folgenden Jahres.

Selbst wenn der Pflichtteilsberechtigte nicht genau weiß, wie viel ihm konkret aus seinem  Pflichtteilsrecht zusteht, hindert dies die Verjährung nicht. Der Pflichtteilsberechtigte muss dann nach § 2314 BGB seinen Anspruch auf Auskunft geltend machen, damit er seinen Pflichtteil beziffern kann.

Der Pflichtteilsberechtigte muss rechtzeitig vor Ablauf der Verjährungsfrist entweder bei Gericht Klage einreichen oder eine rechtsverbindliche Erklärung des Erben erlangen, in der dieser den Pflichtteilsanspruch anerkennt. Achtung! Die bloße Aufforderung zur Zahlung oder zur Anerkennung des Pflichtteilsanspruches reicht nicht aus. Sonst verliert der Pflichtteilsberechtigte seinen Anspruch, wenn sich der Pflichtteilsschuldner auf Verjährung beruft.