Unter „vorweggenommener“ Erbfolge versteht man alle Vermögensübertragungen unter Lebenden, insbesondere Schenkungen, die vorgenommen werden, weil der Erwerber im Erbfall das Vermögen ohnehin erhalten sollte.

Hierbei handelt es sich in der Regel um Schenkungen oder zumindest gemischte Schenkungen. Die konkrete Gestaltung einer solchen vorweggenommenen Erbfolge ist abhängig von dem Ziel, welches der Erblasser mit der Überlassung verfolgt. Der Erblasser könnte als Ziele verfolgen:

  • Steuerlast reduzieren
  • Familienvermögens erhalten
  • Schenker und seine Familie versorgen
  • Pflichtteilsminderung

In Verträgen zur vorweggenommenen Erbfolge können Wohnrechte oder Nießbrauch, Renten oder Pflegeverpflichtungen geregelt sein. All diese Gestaltungsmittel helfen, sich und den hinterbliebenen Ehegatten/Lebenspartner abzusichern. Auch so genannte Wahrheits-und Pflegeverpflichtungen helfen.

Der Überlassende wird sich auch für den Fall absichern, dass der Übernehmer sich dankbar zeigt. Der Überlassende kann generell oder nur für bestimmte vertraglich festzulegende Fälle ein so genanntes Rückforderungsrecht vereinbaren. Damit kann er sich den Gegenstand der vorweggenommenen Erbfolge zurückzuholen. Dies kann der Fall sein, wenn z.B. der Übernehmer vorverstirbt, in Insolvenz gerät, eine nicht autorisierte Veräußerung des Überlassenengegenstandes oder dessen Belastung vornimmt. Die Rückforderungsansprüche können dabei auf die persönlichen Bedürfnisse der Beteilig-ten zugeschnitten werden.