Die Wiederverheiratungsklausel wird häufig in Berliner Testamenten verwendet. Dadurch soll die erbrechtliche Stellung der Kinder bei Wiederheirat des längerlebenden Ehegatten gestärkt werden.

Gleichzeitig werden die Befugnisse des Ehegatten eingeschränkt. So könnten zum Beispiel die Eheleute im Testament regeln, dass der längerlebende Ehegatte im Falle der Wiederverheiratung verpflichtet ist, die Hälfte des ererbten Vermögens an die Kinder herauszugeben. Die Anwendung einer Wiederverheiratungsklausel bedarf sorgfältiger rechtlicher Beratung, da meist unbekannt ist, ob der längerlebende Ehegatte wieder heiraten wird.

Zum Schutze der Kinder würde ein Erbschein ausgestellt werden, wonach der längerlebende Ehegatte nur Vorerbe ist. Dadurch wird die Vermögensverfügungsfreiheit des längerlebenden Ehegatten erheblich eingeschränkt.